Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken – er ist kein medizinischer Ratschlag. Für eine Diagnose oder Behandlung sprich mit einem Arzt.
Stell dir vor, du und dein Partner habt einen lockeren Streit, nur eine kleine Meinungsverschiedenheit darüber, was ihr am Wochenende unternehmen wollt. Doch plötzlich eskaliert das harmlose Gespräch im Handumdrehen von null auf hundert. Das haben wir vielleicht alle schon erlebt, besonders wenn einer oder beide von uns ADHS haben.
Oh ja, bei Menschen mit ADHS kann jeder kleine Streit schnell zu einem ausgewachsenen Konflikt werden. Sind ADHS-Symptome schuld daran? Diese können dein Verständnis der Situation und deine Konfliktlösungsfähigkeiten ganz schön durcheinanderbringen.
Aber keine Sorge, denn heute tauchen wir tief ein in die Details der Konfliktlösung für Menschen mit ADHS.
Tauchen wir also ein in die Welt der ADHS-Konflikte und lernen, wie du klug damit umgehst.
Was passiert, wenn du mit jemandem mit ADHS streitest?
Du fragst dich vielleicht: „Suchen Menschen mit ADHS das Drama und haben sie Wutprobleme?“
Nein, es geht nicht darum, sich bewusst für Drama zu entscheiden. Menschen mit ADHS haben oft mit etwas zu kämpfen, das man emotionale Dysregulation nennt. Das bedeutet, dass Gefühle, besonders Wut, sehr schnell von 0 auf 100 gehen können. Das kann Beziehungen manchmal ganz schön schwierig machen.
Warum passiert das? Das hat mit der Gehirnfunktion zu tun, einer Verbindung zwischen der Amygdala und der Großhirnrinde. Wenn es brenzlig wird, sendet die Amygdala ein Signal an die Großhirnrinde, die die Dinge ein wenig „abkühlt“.3
Bei Menschen mit ADHS ist diese Verbindung schwächer, was bedeutet, dass der „kühlende“ Effekt vermindert ist. Wenn es brenzlig wird, kann es für eine Person mit ADHS schwierig sein, ruhig zu bleiben und klar zu denken.
When You Don't Have ADHD, But Your Partner Does
Wenn du kein ADHS hast und mit jemandem zusammen bist, der es hat, fühlst du dich manchmal vielleicht, als würdest du nicht die Aufmerksamkeit oder Wertschätzung bekommen, die du verdienst. Es kann sich anfühlen, als würdest du die ganze Beziehung alleine tragen, und das ist hart.
When You Have ADHD, and Things Get Heated
Wenn du die Person mit ADHS bist, fühlst du dich vielleicht, als würdest du ständig von deinem Partner kritisiert oder kontrolliert. Selbst wenn du dein Bestes gibst, kann es sich anfühlen, als wäre es nie genug. Das kann dazu führen, dass du dich zurückziehen oder „ghosten“ möchtest, um dich nicht gefangen oder verurteilt zu fühlen.
The Problems Being a Dual-ADHD Couple
Wenn sowohl du als auch dein Partner ADHS haben, kann es sich anfühlen, als wärt ihr Seelenverwandte oder Erzfeinde – manchmal alles an einem einzigen Tag. Das liegt daran, dass ADHS-Merkmale wie Impulsivität und emotionale Höhen und Tiefen ein einfaches Gespräch schnell in einen ausgewachsenen Streit verwandeln können.
6 handfeste Tipps, um Streitigkeiten mit jemandem mit ADHS zu meistern
Bevor du die Hände über dem Kopf zusammenschlägst und denkst: „Das kann niemals funktionieren“, wirf einen Blick auf diese Tipps, um den Frieden zu bewahren.
Tipp #1: Hol dir die ADHS-Basics
Wissen ist Macht. Je mehr du über ADHS weißt, desto besser kannst du verstehen, warum Streitigkeiten eskalieren. Egal, ob du ADHS hast oder nicht, das Verständnis seiner Auswirkungen auf deine Beziehung kann alles verändern.
Profi-Tipp: Schau dir Numos kurze Artikel an für die wichtigsten Infos zum Umgang mit ADHS in Beziehungen.
Tipp #2: Bewahre einen kühlen Kopf
Für diejenigen ohne ADHS: Denk daran, dass dein Partner leicht abgelenkt werden kann. Wenn die Stimmung hitzig wird, bleib ruhig. Es ist schwierig für jemanden mit ADHS, viele Informationen gleichzeitig zu verarbeiten.
Und wenn du ADHS hast, achte darauf, wie sich dein Partner fühlt. Nur weil dir der Tonfall nicht passt, heißt das nicht, dass du ignorieren solltest, was sie/er sagt.
Tipp #3: Atme durch
Fühlst du dich, als würdest du gleich ohne Fallschirm in einen Streit springen? Moment mal. Atme tief durch und konzentrier dich darauf, wie du dich fühlst. Diese Pause kann dich davor bewahren, etwas zu sagen, das du später bereuen wirst.
Tipp #4: Die Kraft des „Ich“ und aktives Zuhören
Offene und ehrliche Kommunikation beginnt bei dir. „Ich“-Botschaften helfen, Schuldzuweisungen zu vermeiden. Und hör wirklich hin, was dein Partner sagt. Du weißt schon: nicken, zusammenfassen und nicht unterbrechen.
Tipp #5: Symptome von der Persönlichkeit trennen
Wichtige Regel: Dein Partner ist nicht ADHS. Seine Konzentrationsprobleme oder emotionalen Schwankungen sind keine Charakterschwächen, sondern Symptome. Und für die Person ohne ADHS gilt: Wenn du nörgelst, dann weil du gestresst bist, nicht weil du ein schlechter Mensch bist.
Tipp #6: Hol dir Unterstützung bei Numo
Manchmal kommt der beste Rat von Leuten, die es verstehen. Numo hat eine ganze Community, die mit ADHS umgeht. Teile deine Höhen, deine Tiefen und alles dazwischen.
Zum Abschluss
Wichtigste Erkenntnisse
Hier ist eine kurze Zusammenfassung dessen, was wir besprochen haben:
- ADHS-Merkmale können Beziehungen erschweren. Wenn du die Person ohne ADHS bist, fühlst du dich vielleicht übersehen oder unwichtig.
- Streitigkeiten mit jemandem, der ADHS hat, sind nicht unüberwindbar. Die richtigen Schritte können euch beide sogar näher zusammenbringen.
Eine kurze Anmerkung für Menschen mit ADHS
Deine Emotionen sind nicht deine Identität; sie sind nur etwas, das du erlebst. Umarme also das, was dich einzigartig macht, und lass dich von niemandem kleinreden.
Rüste dich mit den richtigen Werkzeugen aus
Mit den richtigen Strategien und der Numo-Community an deiner Seite wird es viel einfacher, mit deinen Emotionen und diesen kniffligen Streitigkeiten umzugehen. Stell es dir vor wie einen Werkzeugkasten, um Beziehungsprobleme zu beheben.
Quellen
1.Fight-or-flight response | Definition, Hormones, & Facts
2. Peer Journal. Ich verstehe, dass du dich so fühlst, aber ich empfinde es so: die Vorteile der Ich-Sprache und der Kommunikation von Perspektiven während eines Konflikts
3. Evidenz für emotionale Dysregulation als Kernsymptom von ADHS bei Erwachsenen: Eine systematische Übersichtsarbeit


